Herzlich willkommen!
Das studentische Kino Gegenlicht bietet dir jeden Mittwoch unterhaltsames Kino der besonderen Art. Die Veranstaltungen finden in der Aula (Gebäude A11, siehe Lageplan) statt, der Eintritt beträgt meist 3 Euro – auch für Nichtstudenten. Wir freuen uns auf deinen Besuch!
Programm Wintersemester 2011/2012
- Mittwoch, 02.11.2010, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Life in a Day
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Life in a Day
von Kevin MacDonald, USA 2010, 95 min, OmU
mit vielen Menschen
Was passiert, wenn man die Menschen der Welt einlädt, mit der Kamera eine Momentaufnahme eines 24-Stunden-Tages festzuhalten? Man erhält 80.000 Einsendungen aus 192 Ländern. Insgesamt 4.500 Stunden Bildmaterial, die ausgesucht und zusammengesetzt vom schottischen Filmemacher Kevin MacDonald ein überwältigend eindrucksvolles Werk ergeben.
Der Film ist mehr als ein einfacher Amateurfilm-Zusammenschnitt. Er zeigt die Vision von einer großen Menschheitsfamilie über Kultur- und Ländergrenzen hinweg, deren Mitglieder mehr gemein haben als sie unterscheidet. Mitreißend, weil real und ehrlich, sind Gebrechlichkeit und Zärtlichkeit, Brutalität und Schrecken, aber auch Schönheit und Inspiration auf der Welt auf einmalige Weise zu erfahren. All dies in nur 95 Minuten.
Das menschliche Bedürfnis, Teil von etwas Größerem zu sein, uns miteinander zu verbinden, um etwas Bedeutsames zu erschaffen, lässt sich erkennen. Die Zuschauer reisen durch die Leben vieler Menschen und erleben sie so nah und persönlich, dass das Gefühl aufkommt, Gezeigtes selbst miterlebt zu haben. Die Bilder sind vielseitig und episch, so dass man vergessen könnte, dass alle Aufnahmen an nur einem Tag entstanden sind.
Diese Dokumentation, gefilmt von AmateurInnen und Profis, produziert von den Scott-Brüdern ist ein poetisches Zeitdokument, das späteren Generationen zeigt, wie es war, am Samstag dem 24. Juli 2010 Mensch gewesen zu sein. Es ist das erste Mal, dass Kino und Internet so direkt aufeinander treffen. Das Ergebnis ist berührend schön anzusehen.
Vorfilm: Pixels
von Patrick Jean, Frankreich 2010, 3 min - Mittwoch, 09.11.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Atme
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Atme
von Magoscha Siwinska, Nicki Durand, Deutschland 2010, 83 min, OmeU
mit Christine Heimannsberg, Andreas Schwankl, Heinrich Rolfing
Karl findet die leblose Johanna an einem verschneiten stillen Ort. Er nimmt sie schweigsam und fürsorglich bei sich auf und versorgt ihre nötigsten Grundbedürfnisse: Wärme – Nahrung – Schlaf. Langsam kehrt Leben in Johanna zurück und sie beginnt sich zu spüren. Karl lässt ihr Zeit sich zu erinnern. Er lässt ihr Raum zu atmen.
Zurück liegt eine gespenstische Beziehung zweier Menschen – Nick und Johanna. Was anfangs wie eine junge Liebe wirkt, entwickelt immer mehr eine zerstörerische Kraft. Kurze gemeinsame Augenblicke füttern die Sehnsucht nach Verbundenheit: Feiern, Träumen, Übermut, aufgefangen von naiver Hoffnung in einer austauschbaren Stadtkulisse. Johannas Verlangen nach Nähe bleibt dennoch ungestillt. Nick beginnt mit Johanna zu spielen und sie verliert sich mehr und mehr selbst. Eine Entscheidung für oder gegen sich selbst beginnt.
Vorfilm: Kokon
von Till Kleinert, Deutschland 2009, 7 min - Mittwoch, 16.11.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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The Straight Story
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The Straight Story
von David Lynch, USA 1999, 112 min, OmU
mit Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Harry Dean Stanton, Everett McGill
Filmemacher David Lynch zeigte unter anderem in Filmen wie Blue VelVet, mulholland driVe, oder der Serie twin Peaks, dass kein anderer Regisseur auf das emotionale Leben der Menschen oder die Schönheit der Welt, die sie bewohnen, so aufmerksam ist. Sein achter Spielfilm, the straight story, basiert auf der wahren Geschichte des 73-jährigen Alvin Straight, der 1994 auf einem Rasenmäher 390 Kilometer reiste, um seinen kranken Bruder zu besuchen. Dieser hatte einen Schlaganfall erlitten und Alvin will, trotz fehlendem Führerschein und körperlichen Einschränkungen, eine Reise zu ihm wagen, mit der Hoffnung, die Vergangenheit wieder gutzumachen. Auf seiner Reise trifft er auf mehrere Menschen, bei denen er einen tiefen Eindruck hinterlässt.
Der Film entstand unabhängig von Produktionsirmen und wurde an den Orten gefilmt, die der echte Alvin Straight durchquert hatte. Dabei fängt Kameramann Freddie Francis, der mit Lynch schon bei der elefantenmensch und dune gearbeitet hat, eine atemberaubende Landschaft ein. the straight story ist ein Triumph, von dem die meisten anderen Filmregisseure mit ähnlich markantem Talent nur träumen können. Ein komplett zugänglicher Film, der immer noch völlig treu gegenüber der Sensibilität des Filmemachers bleibt. Dabei erzählt Lynch ruhig und rührend eine Geschichte voller Begegnungen, die die innige, tiefsinnige Menschlichkeit der Seelen enthüllt. Der 79-jährige Richard Farnsworth, der im Film Alvin Straight verkörpert, wurde zum ältesten Kandidaten, der jemals für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert wurde.
Vorfilm: Home Road Movies
von Robert Bradbrook, England 2001, 12 min - Mittwoch, 23.11.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Seven Songs from the Tundra
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Seven Songs from the Tundra
Finnland 2000, 85 min, OmU
mit Gregory Anaguritsi, Nadeshola Horotelo und Vitalina Hudi
Der Episodenfilm Seven songs from the tundra ist der erste Spielfilm, der vollständig in der Sprache der Nenzen, eines im Nordwesten Sibirien lebenden indigenen Volks, gedreht wurde. Die gebürtige Nenzin Anastasia Lapsui und der Finne Markku Lehmuskallio hatten bereits gemeinsam mehrere Dokumentarfilme realisiert, bevor sie in seVen songs from the tundra erstmals von Anastasia Lapsui und Markku Lehmuskallio, auch narrative Elemente, teils inspiriert von alten Legenden der Nenzen, einfließen ließen. „Das erste und das siebte Lied sind dokumentarisch, die restlichen Teile sind inszeniert.
Die Nenets haben keine Theater, keine professionellen Schauspieler, nur einfache Leute, Nomaden, Jäger und Fischer. Es war ihnen ein Bedürfnis, uns zu helfen: Sie stellten uns ihre Häuser, ihre Rentiere, Boote und vor allem sich selbst und ihre Zeit zu Verfügung. In unserem Film wird ein Nenet von einem Nenet gespielt, die Rolle des obersten Landwirts wurde vom obersten Landwirt übernommen, die des Lehrers von einem Lehrer; alle spielten sich selbst. Sie hatten den Eindruck, dass der Film die Geschichte ihrer Familien erzählt, ihre eigenen Geschichten. […] Das Drehbuch wurde von einer gebürtigen Nenet geschrieben und konnte nur realisiert werden, weil alle Nenets uns unterstützten. Dank an alle.“ (Markku Lehmuskallio)
seVen songs from the tundra gewann unter anderem den FIPRESCI-Preis beim Palm Springs International Film Festival, den Grand Prix beim Créteil International Women’s Film Festival, sowie mit dem Jussi-Award für den Besten Film den wichtigsten finnischen Filmpreis.
Vorfilm: Telakka Trockendock
von Tuukka Hari, Finnland 2002, 12 min - Mittwoch, 30.11.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Mensch macht Stadt
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Mensch macht Stadt
von Daniel Kunle und Holger Launiger, Deutschland 2011, 90 min
Dokumentation
Die Kulturetage und die „Sein im Schein“-Filmproduktion Berlin nahmen das Oldenburger Bahnhofsviertel und seine Menschen in den Fokus ihrer Betrachtungen. Entstanden ist ein lebendiges Porträt eines scheinbar vernachlässigten Stadtquartiers und der vielfältigen Lebens- und Sichtweisen hier lebender und arbeitender Menschen.
>„mensch macht stadt“
im Oldenburger Bahnhofsviertel
im Anschluss:
Diskussionsrunde mit
beteiligten Personen <Geht es nach den Wünschen der StadtplanerInnen, dann soll das Oldenburger Bahnhofsviertel zu einem kreativen, bunten und lebendigen Viertel umgestaltet und ein Aushängeschild für die Stadt und deren kreatives Potenzial werden. Die Menschen aber, die im Bahnhofsviertel leben oder arbeiten, bewerten dieses Vorhaben der Stadtverwaltung durchaus unterschiedlich. Die einen sehen das Viertel schon als einen kreativen Ort und fragen sich, warum dies in der Stadt nicht wahrgenommen wird. Andere befürchten eine „Schönsanierung“, die nur darauf abzielt, das Image der Stadt marketinggerecht in Szene zu setzen und Mieten und Immobilienpreise in die Höhe zu treiben. Einige wiederum erhoffen sich eine Aufwertung des Viertels und ihrer eigenen Aktivitäten.
In dem 90-minütigen Dokumentarfilm werden dazu unterschiedliche Geschichten, Ein- und Ansichten erzählt und filmessayistisch verwoben. Die Filmmontage ergibt unerwartete und unterschiedlichste Einblicke in das Seelenleben eines urbanen Nischenquartiers.
Am Anschluss an den Film folgt eine Diskussionsrunde mit am Film beteiligten Personen.
Vorfilm: Ich mach’s wie Robbie Williams
von David Hugendick/Finn-Ole Heinrich, D 2005, 5 min - Mittwoch, 07.12.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Broken Flowers
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Broken Flowers
von Jim Jarmusch, USA/Frankreich 2005, 106 min, OmU
mit Bill Murray, Jeffrey Wright, Sharon Stone
Der ewige Junggeselle Don Jonston beendet gerade seine aktuellste Beziehung, als ihn seine Vergangenheit als „Don Juan“ einholt:
Er erhält einen anonymen Brief, der Hinweise auf seinen angeblich 19-jährigen Sohn gibt. Um sich auf die Suche nach ihm zu machen, plant Don mit seinem Freund Winston eine Route quer durchs ganze Land mittels Mietwagen, Hotel- und Flugbuchungen. Auf dieser skurrilen Reise klappert er all seine Ex-Freundinnen ab, um herauszufinden, welche die Absenderin des rosa Briefes sein könnte. Hier muss er sich noch einmal mit den gescheiterten Beziehungen auseinandersetzen und begegnet dadurch sich selbst. Seine einzige Waffe ist ein rosafarbener Blumenstrauß. Auf seiner einsamen Fahrt, wird langsam klar, dass er immer nur für den Moment lebte und ihm jetzt, abgesehen von einem hochmodernen leblosen Appartement nichts geblieben ist.
Den Zuschauern führt die Reise auf zugespitzte Art und Weise alle Lebensstile der US-amerikanischen Gesellschaft vor. Die Figur des alternden Frauenhelden Don wurde Bill Murray auf den Leib geschrieben. Jim Jarmusch (night on earth/ dead man/ coffee and cigarettes) ist ein großer Fan des Schauspielers und schrieb das Drehbuch in zweieinhalb Wochen.
„[Ein] Vergnügen dabei zuzuschauen, wie [Murray] mit seinem makellosen Timing eine Figur formt, die komisch ist und auch ein wenig tragisch, der eine Vergangenheit zuwächst, aus der sich für die Gegenwart nichts ergeben hat.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Vorfilm: La Gran Carrera
von Kote Camacho, Spanien 2010, 7 min - Mittwoch, 14.12.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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I am Love
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I am Love
von Luca Guadagnino, Italien 2009, 120 min
mit Tilda Swinton, Pippo Delbono, Flavio Parenti, Alba Rohrwacher, Diane Fleri
Emma wirkt auf den ersten Blick zufrieden, doch wird einem als ZuschauerIn relativ schnell vor Augen geführt, dass sie sich in ihrem scheinbar makel-losen Familiendasein in eine Rolle fügt – die als Mutter dreier erwachsener Kinder, Frau eines Mannes der ein Textilunternehmen führt, Besitzerin einer schönen Villa mit Bediensteten und Mitglied einer Gesellschaft, die die Einhaltung fester Regeln fordert. Doch sind es neben den scheinbar schönen Dingen in ihrem Leben erst die Kochkünste Antonios – der mit ihrem Sohn befreundet ist – die sie glücklich machen. Seine kulinarischen Genüsse und seine Person erzeugen in Emmas geordnetem Leben unkontrollierbare Gefühle. Regisseur Guadagnino und Schauspielerin Swinton hatten 2002 nach dem Dreh von the loVe factory die Idee, einen Film über die Liebe zu machen und über die Lebenswelt, wie sie der Kapitalismus hervorbringt. Sieben Jahre lang haben sie dann an ihrem Projekt gearbeitet.
„Die rotblonde Tilda, die Fremde im Mailänder Palazzo, ist eine freie Variation auf die Hitchcock-Blonden. Eine Frau, die ihrer eigenen Existenz unsicher wird, die sich auf neue Wege begibt, die manchmal Irrwege sind, manchmal in eine tour de force münden – und einmal hat Swinton tatsächlich den berühmten gezwirbelten Haarknoten aus Vertigo. Sie trägt hinreißend Monochromes, bevorzugt violett und orange, das sie zu einer kühlen Figurantin macht, einem Abstraktum gar auf den Straßen der Städte.“ (sueddeutsche.de)
Vorfilm: La Pagella - Das Zeugnis
von Alessandro Celli, Italien 2009, 12 min - Mittwoch, 21.12.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Der Fall Gleiwitz
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Der Fall Gleiwitz
von Gerhard Klein, DDR 1961, 63 min
mit Hannjo Hasse, Christoph Bayertt, Wolfgang Kalweit
Der Film behandelt einen Nazi-Sabotage-Akt, der zum Zweiten Weltkrieg führte. Am Abend des 31. August 1939 inszenieren SS-Männer einen Überfall auf den lokalen Radiosender Gleiwitz, dieser diente der NS-Propaganda als Vorwand zum Polenfeldzug. Als „Beweis“ für den „Überfall“ lassen sie einen toten KZ-Häftling in polnischer Uniform zurück. Am nächsten Tag marschiert Hitlers Armee im Nachbarland ein …
„Der Film ist von selten erlebter künstlerischer Dichte, von einer inneren Gespanntheit vom ersten bis zum letzten Bild. […] Eine schauspielerische Spitzenleistung Hannjo Hasses: genau jene beklemmende Mischung aus blonder Bestie und geltungsbedürftigem Kleinbürger, wie sie z. B. wieder vor den Berliner Sektorengrenzen randaliert. Daneben Herwart Grosse, ein SS-Oberbonze vom Glitzern des Machtrausches im Auge bis zur unvollkommen einstudierten Feldherrngeste – Präzisionsarbeit. Geniale Präzisionsarbeit, Energieleistung sondergleichen die Regie Gerhard Kleins, vom winzigen filmischen Detail bis zum Spannungsbogen des Ganzen.“ Rosemarie Rehahn
„Der beeindruckende Film, ein Gleichnis auf mechanische Befehlsvollstreckung in einer totalitären Diktatur, überzeugt durch seine kühlen, geometrischen Bilder und eine Regie, die von allen Nebensächlichkeiten abstrahiert.“ Lexikon des Internationalen Films
Vorfilm: Der kleine Nazi
von Petra Lüschow, Deutschland 2010, 13 min - Mittwoch, 11.01.2012, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Zug des Lebens
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Zug des Lebens
von Radu Mihaileanu, F/B/NL/IL/RO 1998, 103 min, OmU
mit Lionel Abelanski, Mordechai, Clement Harari, Michel Muller
ie DorfbewohnerInnen eines osteuropäischen Schtetls hören 1941von Deportationen der Juden in Konzentrationslager. Nachdem der Rat der Weisen sich lange beraten hat, kommt der Dorftrottel Schlomo auf die rettende Idee. Die DorfbewohnerInnen deportieren sich selbst mit einem falschen Deportationszug. Eifrig werden Papiere und Ausweise gefälscht und Uniformen geschneidert. Die lüchtenden DorfbewohnerInnen werden in Gruppen eingeteilt, und den vorgeblichen Nazis wird noch in einem Crashkurs ein besseres Deutsch beigebracht. Eines Nachts beginnen sie die Reise mit dem Ziel, Palästina zu erreichen. Unterwegs erregen sie die Aufmerksamkeit von Partisanen, die den Zug für echt halten und planen, die Gleise zu sprengen.
„Ein Journalist hat mich gefragt: ‚Überlebt Schlomo den Krieg, der ja im Film noch nicht zu Ende ist?‘ Am Anfang hat er mich mit seiner Frage überrascht, doch dann habe ich die Antwort gefunden. Ich habe ihm gesagt: ‚Das hängt nicht von mir ab, das hängt von Ihnen und vom Publikum ab. Wenn Sie Schlomo vergessen, stirbt er, wenn sie ihn nie vergessen, wird er nie sterben.‘“ (Radu Mihaileanu)
Vorfilm: Stanka Goes Home
von Maya Vitkova, Bulgarien 2010, 15 min - Mittwoch, 18.01.2012, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Deliver Us from Evil
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Deliver Us from Evil
von Ole Bornedal, Dänemark/Schweden 2009, 100 min
mit Lasse Rimmer, Lene Nystrøm, Jens Andersen
Eine schnippisch dreinblickende Frau sieht direkt in die Kamera und führt die Zuschauer ganz nüchtern in die Filmwelt ein. Da gibt es Lars, einen schäbigen Truckfahrer, Trinker und Schläger und seinen Gegenpart und Bruder, den freundlichen, gut situierten Johannes, der sich mit seiner Frau Pernille und den beiden Kindern in seinem beschaulichen Heimatdorf in Westjütland eine neue Existenz aufbauen will.
>Womöglich die
letzte Vorführung
der einzigen
35mm Filmkopie!<Bereits früh macht die Erzählerin hier exemplarisch deutlich, was für eine bestimmende Rolle der Zufall im Leben spielt und wie eine scheinbar friedliche Dorfgemeinschaft in Trümmer zerfällt, wenn ein undenkbares Ereignis eintritt: Ein tödlicher Unfall sorgt dafür, dass die Schuld beim einzigen Ausländer des Ortes gesucht, und dank eines Komplotts auch gefunden wird. Einzig Johannes stellt sich zwischen den Asylanten und den aufgebrachten Mob, was ihn binnen eines Wimpernschlages ebenfalls zum Feind werden lässt.
Nutzt die Gelegenheit einen der besten dänischen Filme endlich in Deutschland auf 35mm zu sehen! Denn nur die Hartnäckigkeit einiger Gegenlichter entriss den bürokratischen Filmverleihern diese einzige Kopie, die damit wohl ihre letzte öffentliche Vorführung erfährt.
Vorfilm: Fast Film
von Virgil Widrich, Österreich/Luxemburg 2003, 14 min - Mittwoch, 25.01.2012, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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The Fall
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The Fall
von Tarsem Singh, Indien/Großbritannien/USA 2006, 117 min
mit Lee Pace, Catinca Untaru und Justine Waddell
Die fünfjährige Alexandria hat sich beim Äpfelpflücken den Arm gebrochen und langweilt sich in einem Krankenhaus in Los Angeles der 1920er Jahre. Zu ihrem Glück trifft sie dort auf den verunglückten Stuntman Roy, der an sein Bett gefesselt ist, da er sich bei einem Arbeitsunfall beide Beine übel verletzt hat. Es ist unklar, ob er sie jemals wieder benutzen können wird.
Und wenn Tarsem Singh (the cell) in Zusammenhang mit blühender Wirklichkeit genannt wird, kann das noch durchaus als untertrieben gelten. the fall wurde in 24 verschiedenen Ländern an den ungewöhnlichsten und beeindruckendsten Schauplätzen gedreht, die an Bildgewalt nur sehr schwer zu überbieten sein dürften.
„the fall ist ein Meisterwerk, anders kann man den Film einfach gar nicht beschreiben. Die Bilder, die man hier zu sehen bekommt, sind schlicht atemberaubend, was the fall zu einem der optisch wohl schönsten Filme aller Zeiten macht.“ (moviereporter.net)
Vorfilm: sat.land
von Martin Heckmann, Deutschland 2006, 11 min - Mittwoch, 01.02.2012, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 3 Euro
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Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Frühling
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Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Frühling
vKorea/Deutschland 2003, 103 min
mit Kim Jong-Ho, Seo Jae-Kyung
Ein buddhistischer Mönch und sein junger Schüler leben mitten in der Einsamkeit der Berge Südkoreas auf einem schwimmenden Tempel.
Der Film zeigt parallel zu den Jahreszeiten die Lebensphasen des Tempelschülers: Lernt er als Junge im Frühling Nächstenliebe und Ehrfurcht vor dem Leben, so kommen mit dem Sommer eine Frau und dadurch er von Kim Ki-Duk, ste Liebeserfahrungen in die Einsiedelei. Er verlässt den Tempel, kehrt jedoch im Herbst seines Lebens zurück. Nach der Erfahrung von Liebe und Leidenschaft hat er inzwischen auch mörderische Gefühle kennen gelernt. Doch auf den Herbst folgt der Winter … und ein neuer Frühling.
Kim Ki-Duk sagt über seinen Film: „Meine Absicht war es, Fröhlichkeit, Wut, Leid und Freude in unserem Leben im Laufe der vier Jahreszeiten und des Lebens eines Mönchs darzustellen, der in einem Tempel im Jusan See lebt, nur von der Natur umgeben. Die fünf Geschichten vom kindlichen Mönch, vom heranwachsenden Mönch, dem erwachsenen Mönch, dem älteren Mönch und dem alten Mönch spiegeln sich in den Bildern der einzelnen Jahreszeiten.
Es geht um die Bedeutung der Reife in unserem Leben, wie wir uns entwickeln, um die Grausamkeit von Unschuld, das Besessensein von Begierden und den Schmerz mörderischer Intentionen.“ (fruehling-sommer.de)
„Feine Meditationsstunde über das Leben, den Tod – und die mystische Schönheit der Natur.“ (cinema.de)
Vorfilm: A Year Along the Abandoned Road
von Morten Skallerud, Norwegen 1991, 12 min - Mittwoch, 08.02.2011, 20 Uhr • Aula (A11) • Eintritt 6 Euro
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Stummfilmkonzert: Panzerkreuzer Potemkin - Pianist Chris Jarrett
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Stummfilmkonzert: Panzerkreuzer Potemkin
von Sergei Michailowitsch Eisenstein, UdSSR 1925, 70 min, stumm
mit Alexander Antonow, Wladimir Barski, Grigori Alexandrow
Eine Szene, die sich seit Generation in die Köpfe von KinogängerInnen eingebrannt hat und immer wieder – mal als Hommage, mal als Parodie – nachgeahmt wird: Der Kinderwagen, der die Hafentreppe von Odessa hinabrollt. Sergei Michailowitsch Eisenstein war es, der diese Szene in seinem 1925 entstandenen Meisterwerk Panzerkreuzer Potemkin erstmals auf Zelluloid bannte.
> Stummfilmkonzert: Der
Internationale Musiker Chris Jarrett
begleitet mit seiner eigenen Komposition
eines der größten Meisterwerke
der Stummfilmära am Piano <Die fünfaktige Tragödie erinnert an die Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905, als die Besatzung des russischen Kriegsschiffs „Knjas Potjomkin Tawritscheski“ gegen die zaristischen Offiziere meuterte. Im Stil eines Propagandafilms realisiert, wendete Eisenstein in seinem Werk verschiedene Stilmittel – beispielsweise die Attraktionsmontage – an, womit er die Filmsprache des damals noch jungen Kinos weiterentwickelte, wenn nicht gar revolutionierte.
„Eine bis dahin unbekannte Rhythmik und Dynamik des Schnitts macht den Revolutionsfilm zu einem besonders eindringlichen Werk, das die Herrschenden und Beherrschten polemisch kontrastiert und den Zuschauer über den Weg der Emotionen zu politischen Erkenntnissen führen will. Nicht nur filmhistorisch, sondern auch als Lehrstück für filmische Agitation interessant.“ (Lexikon des internationalen Films)
Lageplan
Die Nutzung des Parkhauses können wir nicht empfehlen, da das Ende unserer Vorstellungen häufig nach der Schließung des Parkhauses liegt.
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